als Startseite einrichten zu Favoriten hinzufügen E-Mail Kontakt  
DörenhagenAlfenNordborchenKirchborchenEtteln
 
[zurück zur Übersicht]
 
Etteln Geschichte
 
Die Gründung der Pfarrei Etteln darf wohl in die Zeit Karls des Großen, 742 844, hineinversetzt werden, da das Kloster Böddeken und das Domkapitel hier sehr früh ausgedehnte Besitzungen hatte.


Nach der urkundlichen Überlieferung beginnt die Ortsgeschichte Ettelns im frühen 11. Jahrhundert. Man findet die Bezeichnung Etlineu. Seelsorglich wurde es von den Mönchen aus Böddeken betreut. Die erste Kirche soll im Oberdorf beim Meierhof gestanden haben. Man erzählt sich, die Familie "Klocken" hätte die Glocken geläutet, und bei "Kurks" wäre für die Mönche gekocht worden. Heute noch bestehende Hausnamen sollen aus dieser Zeit stammen. Die Annahme, dass dort die erste Kirche gestanden hat, wird noch dadurch verstärkt, dass bei Straßenbauarbeiten an dieser Stelle Kirchenfunde gemacht wurden, die auf einen umliegenden Kirchhof (Friedhof) hinweisen.

Die erste Nennung des Pfarrers unserer Dorfes erscheint 1238 in den Urkunden der Kirche vom 1241. Die zweite Kirche stand später im Westerndorf, wo auch die Ritter von Etteln ihre Burg hatten. Später wurden sie zu Raubrittern; so soll auch der Hauptmann der Raubritter, Lippold von Ettelen, Blankenrode im Jahre 1454 zerstört haben. Später wurde die Burg vernichtet und von der Zeit an gehörte Etteln dem Grafen von Brenken. Heute steht noch eine alte Mauer im Garten der Familie Huck; diese Mauer wird als ein Überrest der Burg angesehen.

Im Jahre 1411 zählte man hier 34 zwei- und sechsspännige Höfe und viele kleine Kötter(Kuhbauern). 1618 hatte die Gemeinde 105 bewohnte Hausstätten. Trotz des 30jährigen Kriegs und hoher Sterblichkeitsrate wuchs die Zahl der Hausstätten bis zum Jahre 1763 auf 135.

1646, im 30jährigen Krieg, wurde die Kirche auf dem Gelände der alten Burg, zusammen mit dem ganzen Dorf von den Schweden niedergebrannt. Nicht nur alle Schriften, sondern auch wertvolle Denkmäler christlicher Kunst gingen damals verloren. Auf den Trümmern der niedergebrannten Kirche entstand bald eine neue. Doch als 1733 und 1735 wiederum das Westerndorf abbrannte, wurde auch die Pfarrkirche erneut ein Raub der Flammen.

Der Grundstein zu unserem jetzigen Gotteshaus, das mit seinem trutzigen Turm seit 250 Jahren das Wahrzeichen Ettelns ist, wurde im Jahre 1748 gelegt. Als Baumeister hatte man aus Süddeutschland Männer mit Erfahrung kommen lassen, und zwar einen Weieritz und Renstadler. Diese Familiennamen sind heute noch in Etteln anzutreffen.

Es wird erzählt, einem der Herren sei beim Bau ein schwerer Stein vor den Füßen niedergefallen. Er sah es als Gottes Fügung an, dass er mit dem Leben davongekommen war, und er wünschte sich, an dieser Stelle begraben zu werden.

Im Jahre 1814 wurde Etteln wiederum von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht, wobei auch der Dachstuhl der neuerbauten Kirche abbrannte. Der Brand wurde vermutlich durch Böllerschüsse während der Fronleichnamsprozession ausgelöst. Die kostbarsten Statuen rettete man in die abgelegene Dorfmühle.

Im Innern birgt das Gotteshaus einige wertvolle Schätze:
Der Barockaltar mit den zwei von einem alten Meister stammenden Gemälden von der Himmelfahrt und Krönung Mariens, zählt zu den schönsten im Heimatgebiet. Die beiden Seitenaltäre runden harmonisch das Bild ab. Im linken Altar war früher die aus dem Jahre 1701 stammende Kreuzigungsgruppe zu finden, während sich im rechten Altar die Pieta befand, das wohl kostbarste Vesperbild dieser Gegend. Um die Jahrhundertwende erkannte man den Wert dieser Pieta nicht und "stellte sie in der Lucienkapelle ab", wo sie 1938 von Vikar Siemen von neuem entdeckt wurde; dieser holte sie in die Pfarrkirche zurück.

1959 wurde sie vom Kirchenmaler Biermann von neuen restauriert, und hat nun ihren Platz an der Seite des Chorraums.

Vikar Siemen verdanken wir auch die beiden barocken Figuren unserer Kirchenpatrone Simon und Judas Thaddäus.

Inzwischen ist die Kirche jedoch viel zu klein geworden. An den Sonntagen mußte 3-4 mal die Eucharistie in der überfüllten Kirche gefeiert werden, da die Pfarreien nur mit einem Priester besetzt werden konnten. Während früher neben dem Pfarrer noch ein Vikar im Ort tätig war. Schon zur Zeit Pastor Zimmermanns, 1941 ? 1948, beschäftigte man sich mit dem Gedanken des Kirchenneubaus auf dem Bühl. Diese Idee zerschlug sich wieder, bis Pastor Dissen bei Antritt seines Amtes 1952, den Entschluss fasste, die Kirche durch einen Anbau zu erweitern. Einen Tag nach dem Maitag im Jahre 1953 war es soweit: Man begann mit dem Abbruch des Chores. Man hatte schon gleich zu Beginn "einige" Schwierigkeiten mit dem Gewölbe. Es war fest und schwer, so dass man es kaum zerschlagen konnte. Doch dies war kein Grund zur Entmutigung, uns so schafften es die Ettelner Bürger durch Eigenleistung, unter der Firma Röttger, dass der Bau am 27. September 1953 gerichtet werden konnte. Am 16 Mai konnte die Kirche durch Bischof Rintelen geweiht werden. Folgender Bericht gibt uns Aufschluss darüber, um welch ein Fest es in der Gemeinde handelte:

"16. Mai. Heute war für Etteln ein Hochfest seltener Art. Unsere neue Kirche ist fertig und wird von Weihbischof Rintelen konsekriert. Es ist ein Jubel in der Gemeinde. Das ganze Dorf ist geschmückt, wie es Etteln noch nicht erlebt hat. Alle 100 Meter ein Bogen. Dazwischen Fähnchen und Girlanden. Der Morgens um 8,00 Uhr holt unsere männliche Jugend den H.H. Weihbischof ab, mit Pferden, Motorrädern und buntgeschmückten Fahrrädern. Bei der Kirche ist der nähere Empfang durch unseren Pfarrer. Er ist ja so glücklich, dass er, wie er immer wieder sagte, dem Herrn das Haus bauen durfte. Nach der Konsekration durch den H.H. Weihbischof zelebrierte unser Vater Abt Tewes ein Pontifikalamt. Für Etteln ein Ereignis. Gleichzeitig nimmt Vater Abt Tewes Abschied von seiner Heimat, die er nun nicht mehr besuchen darf. Unsere Etteler waren von den Ereignissen des Vormittags so beeindruckt, dass die sie die nachfolgende Firmung nicht mehr wahrnehmen konnten. ? Alles übertönt das eine: Wir haben jetzt eine schöne große Kirche."

Am 25. September 1955 wurde Pastor Strugholz Pfarrer von Etteln. Der Bau stand zwar, doch im Innern der Kirche war noch viel zu tun. Die drei Altäre waren vom Wurm zerfressen, und sie wurden im Jahre 1956/57 nach Niedermarsberg zu einem Restaurateur gebracht. Weiterhin wurde eine Mauer aus Ettelner Bruchsteinen und sechs Kirchenfenster angelegt; 1969 bekam die Kirche einen Anstrich, 1974 eine neuen Fußboden, Turmuhr und ein neues Dach. Auch wurde der Außenanstrich erneuert.

1998 konnte im Mai das 250jährige Kirchbaujubiläum begangen werden. Mit einer Woche der Begegnung und einem großen Pfarrfest hat die ganze Gemeinde gefeiert. Im September 98 haben wir in dem alten Kirchenteil neue Fenster bekommen. Nun erstrahlt unsere Pfarrkirche wieder im renovierten Licht.

Zu der Pfarrei Etteln gehört auch die schon oben erwähnte Lucienkapelle. Die Kapelle liegt im Bilkental, ca. 2 km nördlich von Etteln und wurde 1677 vom Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg erbaut, da er während einer schweren Krankheit gelobt hatte, dieses Heiligtum zu errichten. Geweiht wurde sie von Nils Stensen (auch bekannt unter dem Namen Nikolaus Steno), einen dänischen Arzt und Naturforscher, später katholischer Priester und Bischof.

Einige Zeit später, als in der Gegend die Pest wütete, wurde viel in der Kapelle gebetet. Da viele Menschen gerettet wurden, legten die Ettelner das Gelübde ab, alljährlich am ersten Sonntag nach dem Fest "Kreuzauffindung" eine Prozession zur Kapelle zu halten. Dies Findet auch noch heute statt, und viele auswärtige Ettelner, kommen von nah und fern.

(aus Firmbewerberarbeit von 1978, Bild: Hrsg. Josef Drewes: Das Hochstift Paderborn, Porträt einer Region, Verlag Ferdinand Schöningh 1997)

 

 

kontakt

St. Simon u. Judas
Thaddäus Etteln
Westernstraße 2
33178 Borchen

Telefon 0 52 92 / 5 50
Telefax 0 52 51 / 38 0 34
E-Mail senden

Pfarrbürozeiten: 
dienstags
17.00 - 19.00 Uhr
(und nach Vereinbarung) 

In dringenden Fällen wenden
Sie sich bitte an das Pfarrbüro
in Kirchborchen,
Telefon 0 52 51 / 38 87 10